Große Wortspiele der Literaturgeschichte (2)
19. November 2008 - 15:37 UhrDas moderne Friseurhandwerk erfreut mit einer schier unerschöpflichen Vielfalt innovativer Wortkreationen.
der blog zum wort…
Das moderne Friseurhandwerk erfreut mit einer schier unerschöpflichen Vielfalt innovativer Wortkreationen.
Inzwischen hat mir IKEA die Scharniere zugeschickt - kommentarlos und ohne Rechnung. Ganz schön schnell beleidigt, die Schweden. Ich habe Angst, dass mir ein Mitarbeiter beim nächsten Mal heimlich auf den Hotdog spuckt.
13. Oktober 2008
An
IKEA Tempelhof
Sachsendamm 47
10829 Berlin
Sehr geehrte Damen und Herren,
am 22.09. habe ich einen Kleiderschrank gekauft. Er heißt PAX. Die Selbstabholerliste wieß leider statt der nötigen zwei Scharniersets nur eines aus (siehe beiligende Kopie). Das ist an sich nicht weiter tragisch - Fehler passieren und sind menschlich. Eines Weltkonzerns unwürdig ist allerdings Ihr billiges Kundenservice-Imitat. Verglichen damit - ich wage es kaum zu Papier zu bringen - trägt die Deutsche Bahn ihre Kunden auf Händen.
In meiner grenzenlosen Naivität wollte ich telefonisch um die Lieferung der fehlenden Teile per Post bitten. Was sich in der Theorie so einfach anhört, entpuppte sich als zäher Kampf mit der telefonischen Kundenabwehr. Hätten die Nazis über diese Wunderwaffe verfügt, Berlin hätte den Krieg ohne Bombentreffer überstanden. Nachdem ich das Anruferleitsystem endlich niedergerungen hatte, begann eine Odyssee durch die beeindruckend verschachtelten Abteilungen Ihres Hauses, die alle eins gemeinsam haben: Sie sind nicht zuständig, verbinden aber gerne in eine zufällig ausgewählte andere Abteilung weiter. Nebenbei durfte ich lernen, dass IKEA keine Kunden sondern Bittsteller hat. Mehrfach wurde mir mitgeteilt, ich hätte gefälligst persönlich zu erscheinen und mir die Scharniere abzuholen. Wie gesagt, nicht ich habe einen Fehler gemacht, sondern ein IKEA-Mitarbeiter. Ein kleiner Hinweis: Das ist kein Kundenservice, und Köttbullar mit Pommes sind auch keine Delikatesse.
Nachdem mich Ihr System wieder ausgespuckt hatte, startete ich todesmutig einen zweiten Versuch, der mich schließlich zu einem zuständigen Mitarbeiter führte. Wahrscheinlich war er neu bei IKEA und kannte Ihre Gepflogenheiten noch nicht, denn er versicherte mir freundlich, in „ein paar Tagen“ lägen die Scharniere in meinem Briefkasten. Leider warte ich seit dem ebenso sehnsüchtig wie vergeblich. Unterm Strich bleibt von meinem Einkauf also ein eintüriger Kleiderschrank, eine horrende Telefonrechnung und der latente Wunsch, ABBA-Platten zu verbrennen. Sie werden mir zustimmen: Ein glücklicher Kunde fühlt sich anders.
Ich frage Sie nun: werden sie mir irgendwann noch die Gnade erweisen, mir die fehlenden Scharniere (Artikel Nummer 957.191.00, Regal 02, Fach 19) zuzuschicken, oder soll ich mir aus der nutzlosen Schranktür ein Surfbrett schnitzen?
Mit herzlichen Grüßen,
Mark Berger
Ratlosigkeit und Unzufriedenheit sind die Vorbedingungen des Fortschritts, hat Thomas Edison einmal bemerkt. Wird die globale Finanzkatastrophe also völlig falsch bewertet? Ist sie vielleicht sogar der Vorbote eines neuen goldenen Zeitalters?
Ich denke dabei vor allem an das gramgebeugte Inkasso-Proletariat, das knietief im Dispo watet und dessen letzte Chance darin besteht, sich für ein paar Kröten in einer RTL2-Schuldner-Soap zu prostituieren. Ein Finanzexperte mag meine Naivität belächeln, aber jetzt mal ernsthaft: Wenn morgen die sympathische kleine Hausbank pleite geht, verschwindet dann nicht nur Omas Sparbuch im Orkus, sondern auch alle unsere Schulden?
Am Anfang vom Ende war er richtig sympathisch, der Huber Erwin, wie er sichtlich angeschickert in die Mikros lallte. Ein letzter Versuch, in die Fußstapfen von FJS zu treten? Ach nein, der nette Erwin blieb auch besoffen nur ein freundliches Abziehbild. Aus, vorbei! Nachdem der Wähler die Doppelspitze abgeknickt hat, zieht die CSU endgültig die Lederhosen aus und fährt den Laptop hoch.
Eigentlich war nach den Büroklammern Stoiber, Huber und Beckstein eine Renaissance der kernigen Naturburschen zu erwarten, doch jetzt erhebt die seifige Generation Söder ihr schreckliches Haupt. Ich höre sie schon von der CSU 2.0 schwafeln. Tja, früher war die Zukunft eben auch besser. Bereut ihr es schon, ihr Bayern, ihr?
Die Finanzkrise erweist sich als ausgesprochen lehrreich. So lernt man, dass amerikanische Investmentbanken auf drollige Namen wie Fannie Mae oder Freddie Mac hören, die eher zu Backmischungen als zu gefräßigen Heuschrecken passen.
Zum anderen aber lässt sich bewundern, wie geschmeidig selbst bis in die Wolle gefärbte Marktradikale über Nacht zum Sozialisten mutiert. Es ist immer das gleiche: Gewinne werden privatisiert, die Verluste aber sollen allen zugute kommen. Das ist also der mitfühlende Kapitalismus, den George W. Bush zu Beginn seiner ersten Amtszeit versprochen hat.
Besonders ärgerlich ist das Kalkül, mit dem die Großspekulanten zu Werke gehen. Wenn wie jetzt eine Blase platzt, entscheidet sich die Politik notgedrungen für das kleinere Übel und sorgt für eine möglichst weiche Landung. Kosten für den Steuerzahler: (vorerst) schlappe 800 Mrd. Dollar. Experimente, für die der Staat das Risiko übernimmt - das ist wahrscheinlich das cleverste Geschäft von allen.
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Am 2. September stellte Lester Brown im Rahmen einer Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung sein neues Buch “Plan B 3.0″ vor. Im Untertitel verspricht er in aller einem Amerikaner möglichen Bescheidenheit: “So retten wir die Welt!”
Von so viel Optimismus zu Kauf animiert, erläutert Browns Rundumschlag dem Leser praktisch alle großen Probleme der Zivilisation: Energie-, Wasser- und Lebensmittelknappheit, Klimawandel sowie das Marktversagen, das uns all diese Unannehmlichkeiten einbrockt. Den weit größeren Teil des Buches füllt aber die Vision von einer Welt, in der diese Probleme der Vergangenheit angehören. Diese Vision kann nach Browns Überzeugung in relativ kurzer Zeit Wirklichkeit werden - die notwendigen Technologien stehen bereit, es fehlen allein der politische Wille und der Glaube an die Machbarkeit.
Immerhin, der Plan B 3.0 ist nicht dem Hirn eines entrückten Weltverbesserers entsprungen, sondern einem Autor, den die Washington Post als einen der einflussreichsten Intellektuellen der Welt bezeichnet. Andererseits: Wenn er so von seinem Plan überzeugt ist, warum liegt er bereits in der dritten Version vor? In Fragen der Landwirtschaft kennt Brown sich jedenfalls aus: Er begann seine Karriere als Farmer in New Jersey, bevor er 1955 an der Rutgers University Agricultural Science studierte. Ab 1959 arbeitete er im US-Landwirtschaftsministerium. Nebenbei fand er auch noch die Zeit, in Maryland und Harvard Agrarökonomie zu studieren (Wie schaffen die Leute das nur immer bloss??)
Im Jahr 1974 gründete er das Worldwatch Institute, die erste Einrichtung weltweit, die sich der Analyse globaler Umweltprobleme widmete. Seit 2001 kämpft er mit seinem Earth Policy Institute für eine nachhaltige Weltwirtschaft. Brown ist 23-facher Ehrendoktor und wurde unter anderem mit dem Umweltpreis der Vereinten Nationen und der Goldmedallie des WWF ausgezeichnet.
Das gesamte Buch kann hier in englischer Sprache kostenlos heruntergeladen werden.
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Die deutsche Politik fremdelt mit dem Internet. Ein Blick auf den Wahlkampf von Barack Obama zeigt, wie das Internet die politische Diskussion bereichern und gerade junge Menschen für Politik begeistern kann.
Für junge und gut ausgebildeten Menschen ist das Internet längst das Medium Nummer Eins. Besonders beliebt sind die sozialen Netzwerke des Web 2.0, die auf Interaktion der Nutzer ausgelegt sind. Junge Erwachsene nutzen Seiten wie Facebook oder Myspace so selbstverständlich wie das Fernsehen oder Handys. Sie hören hier Musik, tauschen Informationen aus und verabreden sich mit ihren Freunden. Barack Obama hat dieses Potential erkannt und das Web 2.0 in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes gestellt.
Natürlich sind schon andere Politiker im Internet auf Stimmenfang gegangen, aber Obama ist wahrscheinlich der erste Politiker, der tatsächlich verstanden hat, wie das Internet funktioniert - er ist der erste „digitale Kandidat“, wie ihn der Medienexperte Rishad Tobaccowala bezeichnet. Seine Guerillataktik ist so erfolgreich, dass auch sein Gegenkandidat John McCain versucht, auf den Zug aufzuspringen. Sie wird auch in Deutschland die politische Kommunikation verändern wird.
Das Zauberwort, mit dem Obama das Internet zur Wahlkampfmaschine umfunktioniert hat, lautet Dialogfähigkeit. Wer hier seine Botschaften an passive Konsumenten verfüttern will, ist zum Scheitern verurteilt. Obama macht den Besuchern seiner Seiten das glaubwürdige Angebot, in einen Dialog mit dem Kandidaten zu treten. Die Besucher sollen sich einbringen, vernetzen und eigene Ideen entwickeln. Ihre Kommentare und Diskussionen werden genau verfolgt und fließen in den Wahlkampf ein. So lernt Obama von den Besuchern seiner Webseite, statt sie zu belehren. Und damit punktet er, nicht nur bei den jungen Wählern. Vor allem aber gewinnt er auf diese Weise an Glaubwürdigkeit.
Gerade die jungen amerikanischen Wähler nehmen das Angebot Obamas gern an. Mehr noch - sie lassen sich sogar zu einen aktiven Engagement motivieren, obwohl gerade die jungen Menschen sich besonders schwer für Politik begeistern lassen. Obamas Bilanz ist beeindruckend: bisher konnte er im Internet über zwei Millionen freiwillige Helfer für den Wahlkampf zu gewinnen. Tausende von Veranstaltungen wurden über die sozialen Netzwerke auf Initiative der Nutzer hin geplant und beworben - von Diskussionen im Wohnzimmer bis hin zu Großveranstaltungen. Mit Hilfe dieses Graswurzelwahlkampfs konnte sich Barack Obama gegen die Favoritin Hillary Clinton durchsetzen, die viel bekannter und in der demokratischen Partei besser vernetzt war.
Im Vergleich dazu lässt sich das Problem der deutschen Politik im Internet mit einem Wort beschreiben: Halbherzigkeit. Diese Halbherzigkeit zeigt sich vor allem darin, dass keine Partei ein einheitliches, schlüssiges strategisches Konzept für das Internet vorweisen kann. Sie bleiben durch die Bank in einer losen, unkoordinierten Ansammlung von Versuchen stecken. Dabei erinnert die Politik an die Kleinanleger des dotcom-Hypes Ende der neunziger Jahre. Irgendwie hat man das diffuse Gefühl, etwas zu verpassen, wenn man nicht auf den Zug aufspringt. Deswegen wird hier ein Blog eröffnet und dort ein Podcast ins Netz gestellt, aber eine echte Strategie oder ein grundlegendes Verständnis des Mediums findet man nirgends. Wenn der kurzfristige Erfolg ausbleibt, zieht man sich enttäuscht zurück.
Ein typisches Beispiel dafür ist der Umgang mit den sozialen Netzwerken im Web 2.0, dem Dreh- und Angelpunkt von Obamas Kampagne. Während sich bei ihm ein eigener Mitarbeiterstab um die Seiten kümmert und die Profile auf dem neuesten Stand hält, liefern die deutschen Politiker durch die Bank ein desaströses Bild. Ihre Auftritte auf MySpace, Facebook oder StudiVZ sind - wenn vorhanden - „unkoordiniert, unprofessionell, wenig authentisch - kurz lieblos“, wie eine Studie der Agentur newthinking communications urteilt.
Die Halbherzigkeit zeigt sich nicht nur in der fehlenden Gesamtstrategie, sie zieht sich wie ein roter Faden durch alle Versuche der Politik, im Internet Fuß zu fassen. Vor Wahlkämpfen eröffnen Politiker und Parteien kurzfristig Blogs und speisen die Leser dort mit Pressemitteilungen ab - wundert sich eigentlich jemand ernsthaft, dass das niemanden interessiert? Die hölzernen Internetauftritte bestätigen lediglich die gängigen Vorurteile: Politik ist langweilig, dröge, opportunistisch und nimmt die Wähler nicht ernst. Ein prominentes Beispiel ist der Podcast von Angela Merkel - nebenbei immerhin der einzige deutsche Politikerpodcast mit nennenswerten Zugriffszahlen. Beim redlichen Versuch, modern und frisch zu wirken, bleibt die Kanzlerin auf halber Strecke stehen und verweigert sich der Diskussion mit den Nutzern. Damit wirkt sie auf junge Wähler so glaubhaft wie der legendäre Auftritt Oskar Lafontaines als Technotanzbär. Fürchtet sich die politische Klasse vielleicht vor einem Kontrollverlust? Wer sich im Internet auf Diskussionen einlässt, muss auch kritische Stimmen aushalten. Die SPD hat damit jüngst schlechte Erfahrung damit gemacht, als sie ein Forum sperrte, das sich kritisch mit dem Parteivorsitzenden Kurt Beck auseinandersetzte. Dabei hätte ein Blick nach Amerika gezeigt, wie allergisch die Netzgemeinde auf Zensur reagiert. Auch Barack Obama machte sich wenig Freunde, als er zu Beginn seiner Kampagne gegen inoffizielle Myspace-Profile vorging. Zu einer erfolgreichen Internetstrategie gehört auch ein dickes Fell.
Soziale Netzwerke sind nicht das Allheilmittel gegen die Politikverdrossenheit. Sei allein werden den Mitgliederschwund der etablierten Parteien nicht stoppen. Aber in einer Zeit, in der eine Partei schon stolz darauf sein kann, weniger schnell zu schrumpfen als andere, kann keine es sich nicht leisten, das Potential des Internets nicht zu nutzen. Dafür sind neben Zeit, Energie und Geld eine schlüssige Strategie notwendig, die alle Möglichkeiten des Internet von den sozialen Netzwerken über Podcasts bis hin zu Blogs mit einbezieht.
Dem Polnischen eilt der Ruf voraus, für Ausländer praktisch nicht erlernbar zu sein. Zugegeben, geschrieben sieht die Sprache aus, als wäre eine Katze über die Computertastatur gehüpft. Dennoch kann man mit etwas kultureller Vorbildung…
…durchaus auch kurze Sätze verstehen. Das polnische Grundvokabular stellt uns Deutsche entgegen aller Vorurteile vor keine großen Probleme. Of reicht es schon, die deutsche Wortendung…
…durch ein “y” zu ersetzen. In der Wortmitte kann der mutige Tourist relativ wahllos die Buchstaben Z, Y, I und C einstreuen. Hier gilt folgende einfache Grundregel: Je zungenbrecherischer die Kombination, desto wahrscheinlicher ist die Existenz des Wortes.
In manchen Fällen hingegen bleibt für den Teutonen…
…einfach alles wie gehabt. Besonders charmant und künstlerisch wertvoll wird es aber in Polen wie in der Liebe immer dann, wenn man…
…ganz ohne Worte auskommt.